Permakultur Projekt École Vivante 

Zukunftsorientiertes Projekt für eine ökologische, nachhaltige Landwirtschaft als Vorzeigebeispiel und als Zentrum für Wissensvermittlung 

Januar 2017 – Mai 2017: Aufenthalt in Marokko und Aufbau des Systems 

Marokko, Atlas Gebirge, Tal Ait Bouguemez, Timmit, École Vivante 

 

Form 

 

 

Direktspende

IBAN: CH50 8101 2000 0027 0471 3 

Joana Baumann

Leigraben 13

4315 Zuzgen

 

 

 

Steuerbefreite Spende

Verein Freunde der école vivante 

8000 Zürich 

Postkonto: 60-9596-7 

IBAN: CH84 8145 5000 0949 2594 4 

BIC/Clearing: 81455 

SWIFT: RAIFFCH22E5 

 

 

 

 

 

Kurze Zusammenfassung des Vorhabens 

Auf dem Campus der école vivante, einer autonomen, gemeinnützigen Schule im hohen Atlas 

Marokkos, soll ein Ökosystem entstehen, das als Modell für eine nachhaltige und alternative Landwirtschaft für die ganze Region dienen soll. Die Schule dient als Grundlage und Zentrum, von dem aus sich die Idee der Permakultur einleben und wachsen kann. 

Das Ziel der Permakultur ist die Schaffung stabiler Lebensgemeinschaften verschiedenster Spezies, die harmonisch in einem stabilen Ganzen zusammenwirken und die Umwelt dauerhaft erhalten, anstatt sie zu zerstören. Diese Grundideen lassen sich hervorragend mit den Wünschen und den Vorraussetzungen der Schule vereinen, weshalb Lukas Müller und Joana Baumann dieses Projekt initiiert haben. Lukas möchte im Rahmen seines Studiums an der „down to earth“ Akademie dieses Projekt umsetzen. Joana hat als Ethnologin generell Interesse an kultureller Wissensvermittlung und möchte als Lehrerin die Schnittstelle zwischen dem Projekt und den Schülern bilden. 

Die Gestaltung des Schulgeländes soll folglich eine Grundlage schaffen, aus der ein vielseitiges Ökosystem wachsen kann, das für Mensch und Umwelt funktioniert. Dazu gehört unter Anderem ein Garten für die Narungsmittelproduktion, natürliche Bewässerungssysteme, Plätze zum Lernen, eine Küche und eine Werkstatt im Freien, Kompostsysteme, ein Obstwaldgarten, Plätze für Bewegung und Sport, Tiere, Heilkräuter, ein Lehrgarten für die Schüler, wie auch Wildzonen, die der Natur überlassen werden und sich ausbreiten können. 

 

 

Inhaltsverzeichnis 

1. Beteiligte

1.1. Joana Baumann 

1.2. Lukas Müller

1.3. Akademie für angewandte Permakultur – down to earth 

1.4. école vivante 

1.5. David Spiser 

2. Hintergründe 

3. Argumente für dieses Projekt

3.1. Die école vivante als primäres Zielpublikum 

3.2. Das Tal als sekundäres Zielpublikum

4. Projektziele

4.1. Rückhaltung von Wasser

4.2. Aufforstung, Erosion stoppen 

4.3. Humusaufbau

4.4. Nachhaltig funktionierendes Ökosystem 

4.5. Bauten/Elemente

4.6. Wissen praktisch an Kinder vermitteln 

4.8. Vorzeigebeispiel und Lernfeld

4.7. Schaffen von Arbeitsmöglichkeiten

5. Vision7 

 


 

 

1. Beteiligte 

Wir sind jung und entschlossen uns für ein besseres Umweltbewusstsein einzusetzen. Der folgende Beschreib zeigt Ihnen, wer wir sind und wie es zu der Planung dieses Projekts gekommen ist. Ausserdem finden Sie die detaillierte Planung und Budgetierung des Projekts. 

 

1.1. Joana Baumann 

 

Ich habe Ethnologie und Geschichte an der Universität Basel studiert und im Dezember 2015 den Master abgeschlossen. Das freiwillige Unterrichten von Deutsch an Immigranten brachte mich zum Ausländerdienst Baselland, bei dem ich seit drei Jahren Deutsch unterrichte. Die Arbeit macht mir grosse Freude, weil ich dabei direkten Kontakt zu Menschen jeglicher Herkunft pflegen kann. Als mein Freund, Lukas Müller, sein Interesse für das Durchführen eines Projektes in Marokko äusserte, fiel mir meine Schwester ein. Sie geht an die Privatschule „Scuola Vivante“ in Buchs und hatte bereits die Möglichkeit die Partnerschule im hohen Atlas Marokkos zu besuchen. Ich konnte mir gut vorstellen, dass diese école vivante ein Ort für das Projekt sein könnte. 

Meine Person zusammenfassend, habe ich drei grosse Interessen im Bezug auf dieses Projekt. Es ist mir ein Bedürfnis, den momentanen Umgang mit der Umwelt innovativ zu verändern. Ich glaube des Weiteren fest daran, dass die Begegnung zwischen verschiedenen Kulturen sehr lehrreich ist. Und ich habe ein grundsätzliches Interesse an verschiedenen Arten der Vermittlung von Wissen und praktischen Methoden. Aus diesen Gründen, freue ich mich ein solches Projekt durchzuführen. Ich werde mit Vergnügen sowohl im Garten als auch in der Schule mithelfen und dabei als Schnittstelle zwischen der ökologischen Arbeit, der praktischen Wissensvermittlung und den kulturellen Elementen dienen. 

 

1.2. Lukas Müller 

Nach dem Abschluss meiner Berufslehre als Polymechaniker, kehrte ich dem allgemeinen Arbeitsalltag den Rücken zu. Durch den Zivildienst bekam ich Einblick in verschiedene Institutionen und Organisationen. Mein vielseitig angesammeltes Wissen erwies sich bei der Arbeit, wie auch bei privaten Projekten als sehr hilfreich. 

In den folgenden Jahren hatte ich ein sehr abwechslungsreiches Leben. Durch die wiederkehrende Suche nach sinnvollen Beschäftigungen fand ich schliesslich den Weg zur Permakultur, einer 

Gestaltungsmethode für Umwelt, Mensch und Zukunft (→siehe beigelegtes PK-Dossier). Nach dem 

PDC (Permaculture Design Course), begann ich sofort mit der Ausbildung zum Permaculture 

Designer an der „Down to Earth Academy“. Im Rahmen dieses Konzepts kann ich meiner Überzeugung von einer lebenswerten Zukunft volle Kraft geben. Ich spüre die Lasten unserer Welt und will mit dem Wissen der Natur darauf reagieren. 

 

1.3. Akademie für angewandte Permakultur – down to earth 

 

Die down to earth Academy wird von Markus P. Pan geführt. Er ist Mentor, so wie auch Entwickler dieser Akademie. Das Permakultur Projekt école vivante wurde offiziell als Projekt der Akademie aufgenommen. Dadurch wurden alle Studenten eingeladen an diesem Projekt mitzuhelfen. Auf diese Weise kann viel Wissen zusammenfliessen, das dem Projekt dient und aus dem gelernt werden kann. So können daraus verschiedene Diplomprojekte (→siehe beigelegte Beschreibung) entstehen, die zum Abschluss der Studenten notwendig sind. 

 

1.4. école vivante 

 

Allgemeinen Informationen zur école: http://www.ecolevivante.com/index.php?id=6&L=0 

Blog der école mit einem Kurzbeschreib zum Projekt: https://ecolevivante.wordpress.com/about/ Website der Partnerschule Scuola Vivante in Buchs: http://www.scuolavivante.ch/ 

Die école vivante ist eine innovative, nachhaltige Bildungsstätte im hohen Atlas Marokkos, die seit 

2010 besteht. Sie setzt sich - genauso wie ihre schweizerische Partnerschule - dafür ein, „dass die 

Kinder werden können, wer sie im Grunde ihres Wesens sind“. Es ist ein Ort des Lernens, an dem Menschen ihre Talente entdecken und entfalten können, um damit ihre Welt aktiv mitzugestalten und auf die Herausforderungen der Zeit konstruktiv Einfluss zu nehmen. 

Diese Schule entwickelt sich sehr schnell und neben der Primarschule entsteht zur Zeit die Sekundarstufe (collège). Ab September 2016 können die SchülerInnnen ihre Schulbildung in einem dualen System (mit einem akademischen und einem handwerklich-technischen Zweig) weiterführen. Dies ist der erste Schritt zu einem ganzheitlichen „Bildungszentrum campus vivante“, an dem auch eine gymnasiale Oberstufe (lycée vivante) in Planung ist. Weitere Informationen zur Entstehung der Schule, zu ihrem pädagogischen Konzept, sowie zu aktuellen Entwicklungen finden Sie unter den angegebenen Websites.  

 

1.5. David Spiser 

 

David Spiser war ein ehemaliger Student von Bill Mollisson, dem Begründer der Permakultur. Seither arbeitet er  über 15 Jahre als Permakultur Gestalter, spezialisiert ist er auf Wasserretension und Erdarbeiten. Er ist ebenfalls als Mentor tätig und gibt Kurse. Letztes Jahr (2015) war er auch an verschiedenen Orten in Marokko tätig und hinterliess viel seiner Arbeit. 

David verlangt für eine Beratung umgerechnet 600 CHF pro Tag. Er könnte uns durch seine Erfahrung wichtige Tipps geben und Kurse für die Lokale Bevölkerung anbieten. 

 

 

2. Hintergründe 

Im Januar 2016 machten wir uns im Rahmen einer Studienreise auf den Weg nach Marokko. Unser grösstes Ziel war es, einen Ort zu finden, an dem ein Permakultur-Projekt umgesetzt werden kann. Wir hatten bereits den Kontakt zur Schule école vivante hergestellt und besuchten sie im hohen Atlas. Wir wurden herzlich empfangen und im gegenseitigen Austausch erkannten wir, dass die Schulleiterin bereits schon Interesse an ökologischen Methoden besass und eine Begrünung des 

Schulgeländes plante. Ihre Bedürfnisse und Vorstellungen liessen sich gut mit den Prinzipien der Permakultur verbinden. Zusätzlich bieten auch die Bedingungen des Tales sowie die Zukunftsvorstellungen des campus vivante (Landwirtschaft soll einen Hauptzweig der Berufsbildung werden) ideale Vorraussetzungen für unser Projekt. Während unseres Aufenthaltes in Ait Bougemez, sammelten wir alle nötigen Informationen, Voraussetzungen, Zukunftsvorstellungen, usw., die einer genauen Planung als Grundlage dienen sollten. 

Nach unserer Rückkehr, widmete sich Lukas nicht nur dieser auf die Bedürfnisse abgestimmte Planung, sondern auch der Kontaktaufnahme mit dem Permakultur Mentor David Spiser. Dieser hat grosse Erfahrung mit dem marokkanischen Klima und er wird uns mit Ratschlägen zur Seite stehen. Zusätzlich legt die Akademie Wert auf einen engen Erfahrungsaustausch zwischen den Studenten. Lukas besuchte Projekte von seinen Mitschülern, brachte seine Ideen ein und half bei der Umsetzung. Im Gegenzug werden einige seiner Mitstudenten auch nach Marokko kommen und uns in derselben Weise unterstützen. 

Die Monate vor unserer Rückkehr nach Marokko im Januar 2017 wird Joana nutzen, um bei der Scuola Vivante in Buchs ein Praktikum zu absolvieren. Dies wird zu einer optimalen Schnittstelle zwischen dem Schulunterricht und der ökologischen Arbeit beitragen.  

Es ist zu betonen, dass wir in dieser Vorbereitungsphase unentgeltlich gearbeitet haben. Da uns dieses Projekt sehr am Herzen liegt, geben wir auch gerne unsere Arbeitskraft und unsere Zeit als Eigenbetrag dafür. Wir sind jedoch darauf angewiesen, dass unsere Unterhalts- und Reisekosten, sowie der Aufenthalt in Marokko gedeckt werden. 

 

 

3. Argumente für dieses Projekt 

 

3.1. Die école vivante als primäres Zielpublikum 

Als Ethnologin habe ich mich schon mit verschiedensten Projekten in armen Ländern dieser Welt auseinandergesetzt. Dabei fällt auf, wie viele Projekte nach einiger Zeit versanden oder nicht die erwarteten, längerfristigen Effekte bewirken können. Meiner Meinung nach sind dafür zwei Hauptgründe auszumachen: Einerseits die Vernachlässigung einer exakten Bedürfnisabklärung und andererseits eine Ungenauigkeit im Beachten von kulturellen Einflussfaktoren. 

Die école vivante ist der ideale Ort für unser Projekt, weil die Schulleiterin selbst schon Zukunftsvorstellungen von einer grünen Oase, einem ökologischen Vorzeigebeispiel und einem Ort der praktischen Wissensvermittlung hatte. Der campus vivante ist als ganzheitliches Bildungszentrum geplant, an dem Landwirtschaft einer der Hauptzweige sein wird. Wir haben uns Zeit genommen die Bedürfnisse und Visionen festzuhalten und die Planung darauf aufzubauen. Wir blieben auch während der Planung mit der Schulleitung in Kontakt und konnten bei Unsicherheiten nachfragen. Auf dieser Grundlage sind wir überzeugt, dass die Schulleitung, die LehrerInnen und auch die SchülerInnen selbst das System bewirtschaften werden. 

Die Schule bietet ebenfalls vielversprechende Vorraussetzungen für eine kulturelle Akzeptanz. Die Schule wurde von Stefanie und ihrem Mann gegründet, der in Timmit aufgewachsen ist. Seine Herkunft, sowie ihre Anpassung an die berberische Lebensweise haben viel zur Akzeptanz der Einwohner beigetragen. Inzwischen kommen ihre Schüler aus mehreren Dörfern des Tals. Zusätzlich tragen auch die Erfahrungen und Erzählungen der Schüler über die Art der Wissensvermittlung zu einem breiteren Verständnis bei. 

Des Weiteren soll ein interdisziplinäres Lernfeld geschaffen werden, das ökologische Methoden praktisch in den Unterricht miteinbezieht. Das Ökosystem wird in Zusammenarbeit mit den SchülerInnen gestaltet und sie werden die Entwicklung ihrer Umwelt hautnah beobachten können. Es werden ebenfalls Lehrgärten geschaffen, in denen die SchülerInnen frei experimentieren und ihre Schlüsse ziehen können. Es ist uns sehr wichtig, dass genau diese junge Generation die Möglichkeiten und Effekte einer alternativen Landwirtschaft erleben kann. Wir glauben, dass das System und seine Prinzipien durch diese Generation eine Chance hat, sich im Tal auszubreiten. 

 

3.2. Das Tal als sekundäres Zielpublikum 

Ein grosses Ziel der Permakultur besteht in der Regeneration zerstörter Ökosysteme. Auf der Reise durch das Tal konnten wir beobachten, dass die Hangerosion ein allgemeines Problem darstellt. An den Hängen gibt es nur spärlich Pflanzen und das wenig Vorhandene wird permanent durch Viehwirtschaft abgeweidet. Dies führt zu Erosion und somit zu Erdrutschen, was immer wieder Teile der Strasse zerstört. 

Wir wollen das Gelände der école vivante als Vorzeigebeispiel gestalten. Durch das gezielte Anlegen von Sickergräben, Teichen und Tanks ermöglichen wir die Zurückhaltung des Oberflächenwassers. Diese Strategie soll auch den wiederkehrenden Überschwemmungen vorbeugen. Sie ermöglicht die Bepflanzung der Hänge, womit nicht nur mehr Wasser aufgenommen wird, sondern womit auch der Hang stabilisiert werden kann. Es ist uns bewusst, dass wir nicht in fünf Monaten die Einwohner des ganzen Tals mit unserer Methode anstecken. Dennoch hat ein Beispiel, das funktioniert, eine sehr überzeugende Kraft. Dies zeigen auch die Erfolge von Sepp Holzer und Masanobu Fukuhoka1. 

In den fünf Monaten, die wir dort verbringen, können wir aber auch schon konkret eine Chance für einige Anwohner der umliegenden Dörfer bieten. Wir werden für die Bauarbeiten auf dem Grundstück Einwohner zu einem fairen Lohn anstellen. Dies soll auch zur Verbreitung der Idee von Permakultur, sowie zu einer höheren Akzeptanz unseres Projektes beitragen. 

Schliesslich möchten wir noch auf ein längerfristiges Ziel aufmerksam machen. Die Schulleitung stellt sich für die Zukunft ein Lehr- und Lernzentrums für Permakultur vor. Dort sollen Interessierte den PDC (Permaculture Design Course) absolvieren können und die Prinzipien der Permakultur können sich weiter verbreiten. Damit würde ein interessanter Tätigkeitsbereich für Einwohner des Tals geschaffen, der Arbeitslosigkeit und Abwanderung verringern könnte. 

 

 

4. Projektziele 

 

4.1. Rückhaltung von Wasser 

Das Grundstück der école vivante steht am Hang eines kahlen Berges, oberhalb gibt es keine Zivilisation. An den seltenen Tagen des Regens sammelt sich das Wasser an den Berghängen und fliesst oberflächlich das Tal hinunter. Wir trafen auf dem Weg nach Timmit immer wieder auf durch die Fluten zerstörte Strassen. Mit der Errichtung von Sickergräben, Terrassen, Dämmen, Teichen und Tanks können wir das Wasser an den Orten halten, an denen wir es dringend benötigen. 

 

4.2. Aufforstung, Erosion stoppen 

Durch das Zurückhalten des Wassers, können wir Bepflanzungen vornehmen, die den Hang sichern und den Wind ausbremsen. Über mehrere Jahre kann dort mit geringem Aufwand wieder ein Wald entstehen, den das ganze Tal sehen kann. 

 

4.3. Humusaufbau 

Bei der Bepflanzung wählen wir ganz spezifische Arten von Pflanzen, die den vorhandenen Bedingungen gut angepasst sind und möglichst viel Schatten und Biomasse erzeugen. Mit Mulch, Gründüngung und Kompostgärten tragen wir zum aktiven Humusaufbau bei. Dieser Humus ist unsere Grundlage zum Leben. 

 

4.4. Nachhaltig funktionierendes Ökosystem 

Mit Hilfe des entstehenden Humus und der Gestaltung vielfältiger Flächen, können in Zukunft auch anspruchsvollere Pflanzen angesiedelt werden. Das Zulassen wilder heimischer Arten kann eine grosse Vielfalt an Tieren, Pflanzen und Mikroklimata ermöglichen, welche zur Stabilität des Systems beitragen. 

 

4.5. Bauten/Elemente 

Dieses System beheimatet Menschen und soll fähig sein sie zu versorgen, weshalb eine gewisse Wirtschaftlichkeit nötig ist. Für die Herstellung und Verarbeitung von Nahrungsmitteln, wie auch für die Integration der Schule und den Unterhalt des Systems (Zone 1: →siehe PK-Dossier) sind folgende Bauten geplant: 

Hühner- und Entenstall, Gewächshaus, Wasserdämme, Wasserzysternen, Freiluft-Küche und Werkstatt, Lernpavillon, Sportplatz, Kletterwand, Amphitheater und Kompost-Toiletten, Pflanzenkläranlage. 

Alle diese Elemente werden möglichst aus den Ressourcen und den Techniken dieser Region errichtet, damit es einerseits günstig bleibt und es andererseits nicht als Fremdkörper aus der Umgebung heraussticht. 

 

4.6. Wissen praktisch an Kinder vermitteln  

Stefanie, die Leiterin der école vivante beschreibt: 

Permakultur soll Teil des gesamten sozialen Bildungsprojektes „campus vivante“ werden, eingebettet als Lern- und Tätigkeitsfeld für die Schüler und Mitarbeiter, auch als vorbereitendes Berufsbildungssparte gedacht. Zudem soll es sensibilisieren, Modellcharakter haben und beispielhaft für die Region aufzeigen, wie hier alternative Landwirtschaft möglich ist. Das daraus geplante Lerntätigkeitsfeld kann man sich so vorstellen, dass SchülerInnen, Lehrpersonen und MitarbeiterInnen für den Unterhalt des Systems zuständig sind. Diese Tätigkeiten können in den Schulunterricht integriert werden. In dem geplanten Lehrgarten ist jeder Schüler für sein eigenes Gartenbeet zuständig. Der Schulunterricht kann draussen statt finden, dafür bietet der Lernpavillon, die Freiluftküche, sowie die Werkstatt und viele Nischen Platz zum Lernen. 

 

4.8. Vorzeigebeispiel  und Lernfeld 

Permakultur ist eine Gestaltungsmethode, die aus dem Wissen und der Beobachtung der Natur agiert. Gleichzeitig ist sie eine Gegenbewegung zur industrialisierten Landwirtschaft, die mehr Energie verbraucht, als sie erschafft. Der Campus der école vivante soll vorzeigen können, wie ohne den Einsatz chemischer Mittel eine nachhaltige Landwirtschaft möglich ist. Auf diese Weise könnten die Berber als Bauernvolk gestärkt und deren Existenz gesichert werden. 

 

4.7. Schaffen von Arbeitsmöglichkeiten 

Da der Campus der école vivante als Modell und Lerntätigkeitsfeld angelegt wird, eröffnet sich die Möglichkeit Kurse und Führungen für Interessierte durchzuführen. Zusätzlich ist auch ein Lycée in Planung, das als Berufsbildungssparte dient. Mit den vielseitigen Möglichkeiten der Permakultur können so neue Tätigkeitsbereiche in der Landwirtschaft geschaffen werden. 

 

 

5. Vision 

Die Permakultur-Planung des Geländes zielt auf die Schaffung eines stabilen, nachhaltigen und vielfältigen Ökosystems ab, das in sich selber funktioniert. Ein solches System als Vorzeigebeispiel besitzt die Kraft, Menschen der Umgebung von einer nachhaltigen Landwirtschaft zu überzeugen. Aktuelle Probleme, wie beispielsweise die Hangerosion und die regelmässigen Überflutungen, können in dieser Weise angegangen und auch regeneriert werden. Dies führt nicht nur zu einer freundlicheren Wohnumgebung, sondern auch zu einer ausgewogener und vielfältiger Ernährung der Bewohner.  

Die Akademie down to earth hat dieses Projekt als ein Schulprojekt anerkannt. Dies bedeutet sie kann sich vorstellen, in Zukunft ein Zentrum für Permakultur in Timmit zu eröffnen. Auch die Schulleitung der École hat sich sehr positiv zu einer solchen Idee geäussert. Sie möchte den Gedanken einer nachhaltigen Landwirtschaft verbreiten und ein Teil davon sein. Zusätzlich hätten die Schüler des zukünftigen Lycée (geplante gymnasiale Oberstufe und berufliches Ausbildungszentrum) die Möglichkeit, sich zu Permaklutur-Landwirten ausbilden zu lassen und so ihre Berufschancen zu erhöhen. Ein solches Zentrum würde aber auch längerfristige Arbeitstellen und Zukuntfsaussichten für die Bevölkerung des gesamten Tales schaffen. Somit würde es dazu beitragen die Arbeitslosigkeit und auch die Abwanderung zu verringern.  

 

Wer etwas für dieses Projekt spenden will darf dies hier gerne tun.

Alles Geld kommt dem Projekt und der Schule zugute!

 

 

Kontonummer école vivante: 

Verein Freunde der école vivante 

8000 Zürich 

Postkonto: 60-9596-7 

IBAN: CH84 8145 5000 0949 2594 4 

BIC/Clearing: 81455 

SWIFT: RAIFFCH22E5


Legende:

 

1 Wasserspeicher: Hier wird das Wasser vom oben liegenden Hang gespiesen und weiter in den Garten geleitet.

2 Grüne Oase: Hier wachsen Obstbäume, gemischt mit anderen Kulturen und kleinen Wildniszonen.

3 Pflanzenkläranlage: Hier wird das Grauwasser des Haushaltes gereinigt, um damit die Obstbäume zu wässern

4 Kleines Schulzimmer, mit Terasse (bereits im Bau)

5 Gewächshaus kombiniert mit Kleintierstall.

6 Hühner-und Entenstall: Gebaut aus Stampflehm.

7 Sandplatz: Das hier gesammelte Wasser kann in den unten liegenden Garten fliessen.

8 Lehrgarten: Jeder Schüler ist für sein eigenes Beet zuständig. (Schlüssellochbeete)

9 Brunnen: bereits vorhanden

10 Freiluftwerkstatt: Für allerlei Tüfteleien.

11 Freiluftküche: Mit Lehmofen und eingerichtet zum Verarbeiten von hausgemachten Produkten.

12 WC & Werkstattgebäude: Bereits gebaut, mit kompostierbaren Toiletten.

13 colège vivante: Oberstufengebäude.

14 école vivante: Grundschulgebäude.

15 Hausgarten: Mit vielfältigem Schlüssellochbeet.

16 Freiluftklassenraum: Rundum bepflanzt, sorgt dieser Platz für ein gutes Lernklima.